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(Pica pica)




Die Elster ist eine sehr bekannte Vogelart und unverwechselbar durch ihr auffallend schwarz-weißes Gefieder und dem langen Schwanz. An Bauch,Seiten und Schultern (Schulterflecken) ist das Gefieder weiß, ansonsten schwarz mit einem bläulichen Metallschimmer auf den Flügeln und erzgrünlichem Glanz auf den Schwanzfedern. Im Flug wirkt die Elster flatternd, langsam und unbeholfen. Die Größe der Elster beträgt etwa 46 cm. Das Gewicht beträgt bei weiblichen Tieren 200 Gramm, bei männlichen Tieren 230 Gramm. Elstern können 15 Jahre alt werden.


Die Elster brütet von März bis Mai. Meist werden in eintägigen Intervallen, vier bis sieben (selten zehn) blassblaue oder grünliche Eier mit braunen oder grauen Sprenkeln gelegt. Die Brutzeit beträgt 18 bis 19 Tage und nach 22 bis 27 Tagen werden die Nestlinge flügge. Sie werden anschließend acht Wochen weiter gefüttert.


Der häufigste Ruf der Elster ist das "Schackern" wie "schack-schack-schack", welcher oft sehr schnell hintereinander gereiht wird. Weiter sind kürzere, harte Rufe wie "tschjuk", keckernde Lautreihen wie "chächächä" zu hören. Es gibt spezielle Rufe für das Nestlocken und die Aufforderung zum Mitfliegen, ausserdem aggressive Rufe wie "kjä". Nichtbrüterversammlungen werden mit vielseitigem Rufen begleitet. Vor der Eiablage wird dem Partner ein leiser Gesang vorgetragen, der rythmisch plaudernd aus vielen arteigenen Lauten zusammengesetzt ist, manchmal weich und melodisch, der aber auch täuschend ähnliche Imitationen anderer Vogelarten enthält.


Elstern kommen vom äußersten Nordwestafrika, über ganz Europa bis in den hohen Norden vor, sowie ostwärts bis nach Ostasien. Als Nominatform (Pica p. pica) wird die Elster in Südskandinavien, Großbritannien, im nördlichen Mitteleuropa bis Polen und in Teilen des Balkans bezeichnet. In Belgien, Frankreich, in der Schweiz, Italien, Dalmatien, Griechenland und im Rheinland brütet die Unterart (Pica pica galliae). Auf einigen Mittelmeerinseln, wie Korsika und Kreta fehlt kommt die Elster nicht vor. Von Nordost nach Südwest werden die Elstern in Europa etwas kleiner und haben mehr schwarz im Gefieder. In Mitteleuropa meiden sie sehr große zusammenhängende Wälder, die Hochgebirge sowie viele Hochlagen der Mittelgebirge. Bei dichter Population brüten Elstern vereinzelt auch im Gebirge bis über 1500 Meter NN.


Als Lebensraum bevorzugt die Elster Hecken, Gebüsche, Feldgehölze, Alleen, uferbegleitende Galeriewälder, praktisch alle Formen des offenen Kulturlandes. Die Siedlungsverteilung der Elster wird von Nestbaugelegenheiten, sowie kurzrasigem Grasland beeinflusst. In den 50er Jahren nahm die Verstädterung der Elster zu, wofür es bestimmte Gründe gibt: Stadt- und Siedlungsbereiche sind jagdberuhigt, Abfall dient als Nahrungsgrundlage, Verfolgung durch andere Vogelarten in der freien Feldflur, Flurbereinigungen und Ausräumungen der Feldflur, sowie Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzungsmethoden, wie Spritzmitteleinsatz, Tiefpflügen, Grünlandumbruch zu Ackerland und Intensivgrünland mit Umbruch und Neueinsaat. Früher war die Elster ein Charaktervogel ökologisch intakter Feldflure, heute hat sie Ortsränder, Stadtrandgebiete, Gartenvorstädte mit ständig kurzgehaltenen Rasenflächen als neuen Lebensraum dicht besetzt. Dort findet sie ergiebige Zusatznahrungsquellen wie Abfallkörbe, Pausenhöfe und Komposthaufen. Stadtzentren ohne Grünflächen oder baumlose Agrarsteppen werden gemieden.

Entscheidend für die Lebensraumwahl ist der Anteil an Dauergrünland, welches durch den hohen Anteil an Insekten extensiv genutzt wird. Ackerland ist ein Negativfaktor im Lebensraum der Elster, da dieser heute modern bewirtschaftet wird und Kleinlebewesen und Insekten dort vernichtet werden. Wer einmal genau den Straßenrand von Autobahnen oder Böschungen von Bahndämmen beobachtet, der sieht dort viele Elstern. Die Elster nutzt dort die guten Brutmöglichkeiten mit dem Gras- und Kräutersäumen und das anfallende Aas von überfahrenen Tieren. Leider ist auch die Elster manchmal ein Schussel und wird selbst zum Verkehrsopfer. Die Anwesenheit von Habicht und Aaskrähe, zu denen Elstern möglichst Abstand halten, beeinflusst zusätzlich die Ansiedlung und Verteilung von Elstern. Sind Büsche und Bäume in offenen Landschaften spärlich, brüten Elstern ausnahmsweise auch in enger Nachbarschaft zur Asskrähe im selben Gehölz, wie Untersuchungen ergaben.


Elstern sind, wie die meisten Rabenvögel, vielseitige Allesfresser, deren Nahrung von Jahr zu Jahr, von Revier zu Revier, je nach Angebot wechselt. Tierische Nahrung besteht aus Insekten, aber auch kleinen Wirbeltieren wie Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien und Kleinvögel, sowie deren Eier und Brut. Oftmals wird der Singvogelanteil der Nahrung überschätzt, denn dieser macht nur 17 Prozent des gesamten Nahrungsvolumen aus. Auch können sich einzelne Elstern auf gewisse Nahrung, wie etwa Haushuhnküken oder Frösche spezialisieren. In Agrarlandschaften wird hauptsächlich im Herbst und Winter viel pflanzliche Nahrung aufgenommen, wie Getrreide, Mais, Früchte (Kirschen im Frühjahr, macht ja so schön Sauerei wenn man die zermatscht), Beeren und Sämereien. In den städtischen Bereichen kommen da noch Küchenabfälle vom Komposthaufen, wie Teigwaren, Wurst oder Käse dazu. Diese Küchenabfälle können bei den Stadtelstern fast die Hälfte des Nahrungsgewichts ausmachen!

Ähnlich wie die Dohle, ist die Elster bei der Nahrungssuche hüpfend, schreitend und flatternd am Boden anzutreffen. Im kurzgemähten oder beweideten Grünland nutzt sie das Angebot an mittelgroßen Wirbellosen. Das Auflesen ist häufigste Jagdtechnik. Die Elster stochert auch und schreitet im Zick-Zack ein Stück Wiese ab, sie hüpft an Grasbüscheln oder Ährend hoch, flattert oder rüttelt kurz beim Insektenfang oder vor einem Gebüsch mit einem Amselnest, bevor sie zustösst. Starßenböschungen und Bahndämme sucht sie systematisch nach zerfleddertem Aas ab. Auch auf frischen Mähflächen nutzt sie das durch die modernen Mähwerke angerichtete Gemetzel unter den Kleintieren. In Heckenlandschaften plündert sie regelmässig die Beutedepots der Neuntöter. Manche Elstern fischen im Vorbeifliegen mit den Fängen, andere fressen in Hundezwingern, auf Hühnerhöfen und in Gehegen zoologischer Gärten mit.

Schnelles Begreifen und blitzschnelles Erfassen der Situation ermöglichen der eigentlich nicht sehr wendigen Elster die erfolgreiche Jagd auf Kleinsäuger oder Kleinvögel. Sehr oft suchen sie auch im Fell von Weidetieren nach Insekten. Schafe lassen sich sogar von ihnen behutsam die Augenwinkel nach Nahrung absuchen und "halten den Kopf dafür hin". Am Aas werden den toten Tieren zuerst die Augen ausgehackt, was immer wieder zu der falschen Einschätzung führt, die Elstern hätten die Tiere durch Blenden getötet. Elstern verstecken gezielt Nahrungsbrocken, die sie später auch wieder auffinden.