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(Garrulus glandarius)




Der Eichelhäher ist deutlich kleiner als die Krähen.Charakteristisch ist sein auffälliges, buntes Gefieder, sein unregelmässig flatternder Flug und seine rätschenden Rufe. Das Gefieder ist rötlich braun mit einer etwas helleren Unterseite. Der schneeweiße Bürzel und die weißen Flügelflecken stehen in starkem Kontrast zum schwarzen Schwanz und den schwarzen Flügeln. Die Flügeldecken sind leuchtend blau und schwarz gebändert. Der Kopf, auf dem Scheitelfedern als Federholle aufgestellt werden können, ist auf hellem Grund schwarz längsgestrichelt, die Kehle ist weiß mit einem schwarzen Bartstreifen. Die Jungvögel sind dunkler und weniger kontrastreich, weisen aber ähnliche Farben auf. Farbabweichungen kommen selten vor. Der Eichelhäher erreicht eine Größe von ca. 34 cm, ein Gewicht von 130 bis 220 Gramm, wobei die Männchen etwas schwerer sind, als die Weibchen. Das Höchstalter im Freiland liegt bei 17 Jahren.


Die Eiablage des Eichelhähers beginnt erst dann, wenn das Laub voll ausgeschlagen hat. In Intervallen von 24 Stunden werden vier bis sieben blassgrüne, bräunlich oder rötlich gezeichnete Eier gelegt. Nach dem dritten Ei wird fest bebrütet. Die Brutdauer beträgt 16 bis 17 Tage. Nach einer Nestlingsdauer von 19 bis 22 Tagen verlassen die jungen das Nest und werden noch einmal drei bis vier Wochen gefüttert.


Jeder, der im Wald spazieren war, hat den Eichelhäher bestimmt schon einmal gehört. Bekannt ist der laut Alarmruf, der sich wie "rääitsch" anhört. Auch ein bussardähnliches "hiiä" lassen die Häher als Lockruf erklingen. Krähende oder miauende Rufe hört man, wenn sich die Häher zu lärmenden Frühjahrsversammlungen zusammentun und der Schreckruf klingt hart "krrr-krr". Der Gesang des Eichelhähers ist ein leises, bauchrednerisches Plaudern. Auch ist der Eichelhäher ein begabter Geräusch- und Stimmenimitator, zum Beispiel von Eulen und Reihern. Bereits im ersten Lebensjahr können sie diese nicht angeborenen Laute erlernen.


In mehreren Rassen sind Eichelhäher vom äussersten Nordafrika über Europa bis nach Ost- und Südasien verbreitet. Die Nominatform (Garrulus g. glandarius) brütet in Nord- und Mitteleuropa. Er fehlt auf Island, in Teilen Nordskandinaviens und in Nordschottland. Infolge der Klimaverbesserung hat er sein Areal seit der Zeit um 1900 nordwärts ausgedehnt. In Mitteleuropa fehlt er nur in den größten, waldfreien Gebieten, z.B. in sehr baumarmen Marschen. In den Mittelgebirgen steigt er bis 800 Meter NN und in den Alpen bis etwa 1800 Meter NN


Der optimale Lebensraum des Eichelhähers liegt in Laubwäldern der tieferen Lagen, obgleich er in Wäldern aller Art vorkommt. Dieses Lebensraum - Optimum entspricht seiner Ernährung und seiner Abhängigkeit von einem günstigen Klima. Er fühlt sich in Kulturlandschaften mit Gehölzen, sowie Parklandschaften ebenfalls sehr wohl. Seit den 50er Jahren ist er auch in baumreichen Grünanlagen von Städten eingewandert, wie in Polen, wo er aber teilweise wieder von der überlegenen Krähe verjagt wird.


Von Frühjahr bis Herbst überwiegt der tierische Anteil der Nahrung, von Herbsz bis Frühjahr die pflanzliche Kost. Die Häher sammeln in der Brutzeit Insekten und deren Larven aus der Kronenschicht des Waldes. Auch sie nutzen die Massenvermehrung von Schmetterlingen, wie Wicklern, Spinnern und auch Maikäfer. Normaler Nahrungsbestandteil in der Brutzeit sind auch Vogeleier und -brut. Die "Spezialisten" unter den Hähern nutzen die Hassreaktion der Kleinvögel aus und suchen systematisch nach den Gelegen. Auch am Boden hüpfen kann der Eichelhäher Nahrung suchen. Im Vergleich zu den Krähen treten bei ihm aber Weichtiere und Regenwürmer weit zurück. Gelegentlich ernten die Häher auch in waldrandnahen Äckern Mais- und Getreidekörner. Ab August bis in den Spätherbst kommt die Ernte und das Verstecken von Eicheln, Bucheckern und Haselnüssen zum Tragen. Eichelhäher können bis zu 10 Eicheln im Kehlsack transportieren, haben aber meistens nur eine im Schnabel. Bis zu fünf bis acht Kilometer fliegen sie weit, um zu sammeln. Bevorzugt werden die Eicheln in reich strukturierten Flächen oder an Wald- und Gebüschrändern, in Spalten und unter Laub gesteckt oder im Boden vergraben. Die Häher vollbringen dabei eine enorme Leistung: Mit zwei Flügen pro Stunde und 20 bis 22 pro Tag kommt ein Häher in der dreiwöchigen Sammelphase auf etwa 3000 bis 5000 versteckte Eicheln. Im Hochwinter/Frühjahr werden die Vorräte, oft noch zur Fütterung der Nestlinge genutzt. Selbst unter tiefem Schnee findet der Häher die Verstecke wieder, wobei die Häher Stollen in den Schnee vortreiben. Es etwa ein Fünftel dieser versteckten Leckereien wieder gefunden und verwendet. Aus den restlichen Eicheln, Bucheckern und Haselnüssen wachsen meist wieder Bäume. Somit trägt der Eichelhäher einen großen Teil zum Erhalt der Wälder bei.