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(Pyrrhocorax graculus)





Zierlicher und kleiner als die Aaskrähe, hat die Aplendohle schwarzes, erzglänzendes Gefieder, einen runden Kopf, einen kaum gekrümmten, nicht klobigen gelben Schnabel (ähnlich einer Amsel). Die Beine sind rot. Im Flug wirkt der Kopf klein und zwischen den Schultern zurückgezogen, die Flügel breit, der oft gefächerte Schwanz lang. Jungvögel haben einen graugelben Schnabel und schwarzbraune Beine. Die Größe beträgt etwa 38 cm, das Gewicht beim Weibchen 200 bis 265 Gramm, beim Männchen 230 bis 300 Gramm. Alpendohlen können im Freiland bis zu 20 Jahre alt werden.


Alpendohlen brüten von April bis Juni und legen in der Regel in Intervallen von ein bis zwei Tagen,drei bis fünf Eier (selten zwei oder sechs). Nach einer Brutzeit von 18 bis 19 Tagen, in der das Weibchen vom Männchen versorgt wird, schlüpfen die Jungen. Die Nestlingszeit beträgt in etwa 35 Tage, dann verlassen sie das Nest, werden aber noch weiterhin drei bis vier Wochen gefüttert.


Im Schwarm fliegend werden sehr auffällige, helle, laut durchdringende Pfiffe wie "prri", "tjiip", "dchirr" ausgestossen. Neben weiteren, rollenden und schnarrenden Lauten wie "krürr" und "kraah", gibt es individuell verschiedene Kontaktrufe wie "wro" oder "wrü", an denen sich Paarpartner auf Distanz erkennen können. Der Gesang ist ein plaudernd-kratzendes Geschwätz.


Die Alpendohle kommt in den Hochgebirgen Nordwestafrikas, Spaniens, Italiens, Mitteleuropas, des Balkan, Kleinasiens bis hin zum Iran vor, ausserdem von Hindukusch über die zentralasiatischen Gebirge bis nach Westchina. Im Süden brütet sie schon in tieferen Lagen. In Mitteleuropa lebt sie als Brutvogel (Nominatform Pyrrhocorax graculus graculus) in den Alpen meist oberhalb der Baumgrenze zwischen 1800 und 2800 Metern NN, in den Zentralalpen zum Teil höhersteigend, in den Nordalpen lokal schon unter 1500 Metern NN. Als Wintergast taucht sie bei Nahrungsflügen in den Siedlungen der Täler auf.


Die Alpendohle ist ein auf alpine Habitate beschränkter Hochgebirgsvogel, der in Felswänden an möglichst witterungsgeschützter Stelle brütet. Sie meidet die Nähe von Wäldern und nutzt im Sommer als Nahrungsgründe kurzrasige Alpweiden, alpine Rasen und Zwergstrauchheiden, im Winter das Nahrungsangebot menschlicher Siedlungen in den Tälern. In Tourismusgebieten ist sie häufig sehr zutraulich ("Brotzeitkrähe"*gg*) und überwintert bei ganzjährigem (Wintersport-)Betrieb auch in den Gipfelbereichen.


Die natürliche Nahrung des vielseitigen Allesfressers besteht im Frühling/Sommer aus Wirbellosen, von Regenwürmern, Spinnen, Schnecken, Schnaken, Heuschrecken, Grillen, Ameisen, Käfern bis zu Raupen, kleinen Wirbeltieren wie Amphibien, Eidechsen und manchmal Vogeleiern und -küken von Boden- und Gebäudebrütern. Im Herbst kommen Obst und Beeren dazu. Im Winter werden Abfälle aller Art genutzt. Auch Sämereien, Knospen, Blätter und Baumnadeln werden aufgenommen. Alpendohlen trinken (wie andere Rabenvögel auch) gerne und viel und fressen im Winter Schnee. Zum Nahrungserwerb, der im Trupp stattfindet, sind sie meist am Boden, auf alpinen Rasen, Hochweiden, in Zwergstrauchheiden. Nahrungssuche im Schwarm hat den Vorteil, dass rasch und effizient ein gerade auftretendes Angebot genutzt werden kann. Es wird alles aufgepickt, was an einem bestimmten Hang gerade zu finden ist. Auch Stochern und Graben wird als Technik eingesetzt, wegen des kürzeren Schnabels aber mehr an der Oberfläche als bei der Alpenkrähe. Die wendigen Flieger fangen Insekten auch im Flug dicht über dem Boden. Früchte und Beeren werden ebenfalls im Schwarm antretend gepickt, wobei sie sich in Obstgärten und Weinbergen unbeliebt machen.

Alpendohlen verstecken Nahrungsbrocken in Felsspalten (in der Nähe des Brutplatzes), zwischen Gebälk, unter Gras, und finden diese Vorräte, die sie wieder nutzen, sicher wieder. Sie fressen weniger Aas als Kolkraben.